52 Games – Thema 03: Natur
Natur, ist etwas einfach nur schönes. Sie ist manchmal aber auch geheimnisvoll und spannend. Besonders die Natur des Menschen ist faszinierend. Spätestens seit Heavy Rain weiß ich das. Ein Spiel bei dem es um Emotionen und Entscheidungen geht.
Immerzu verfolgt einen die Frage: “Wie weit würdest du gehen?” Dramaturgisch klasse inszeniert und grafisch beeindruckend ist Heavy Rain ein bittersüßes Erlebnis, das einen nach dem Ende oder besser, einem der Enden, wortlos zurücklässt. Heavy Rain geht keine Kompromisse ein. Es zeichnet ein Bild von Menschen am Abgrund. Ob diese Menschen in den Abgrund stürzen oder sich in letzter Sekunde retten können liegt vollkommen in der Hand des Spielers.
Der inoffizielle Nachfolger von Fahrenheit wirft mehr Fragen auf als er beantwortet. Die verschiedenen Personen, die alle ihre eigenen Wünsche, Träume, Probleme und Ängste haben, lassen einen nur schwer an sie heran. Sie sind nicht unbedingt sympathisch, aber je länger man den gefährlichen “Origami-Killer” jagt, um so mehr wachsen einem die Figuren ans Herz. Um so bewegender können ihre plötzlichen Tode sein. Es kann vorkommen, dass der Spieler gute Absichten bei seiner Entscheidung hatte und am Ende doch das Falsche getan hat. Wie eine dunkle Seite des Lebens, ist Heavy Rain gemein und ungerecht. Es gibt keine strahlenden Helden und keine absolut bösen Erzfeinde. Heavy Rain bewegt sich immer in einer Art Grauzone des Seins.
Das geniale Ende beeindruckt mich noch heute wenn ich daran denke. Ich möchte nicht spoilern, nur soviel: Mit DIESER Auflösung hätte ich niemals gerechnet. Leute die das Spiel schon durch haben, werden vielleicht wissen was ich meine. Es ist nicht immer ein befriedigendes Ende, wie es normal in Spielen und vielen Filmen ist. Es gibt mehrere Enden und jedes erweitert die Handlung um neue Facetten. Wer dieses Meisterwerk annähernd “verstehen” will, muss es mehrmals durchspielen. Allein die Bezeichnung “Spiel” hat Heavy Rain nicht verdient. Das Leben ist kein Spiel und Heavy Rain ist auch keines.
Posted on Februar 15, 2012, in 52 Games and tagged 52 games, games, heavy rain, regen. Bookmark the permalink. 5 Kommentare.

Mal so ne allgemeine Frage:
Was fandest du denn besser: Heavy Rain oder Fahrenheit?
Ich muss zugeben, dass ich Fahrenheit nie gespielt habe
Ich hab mal ein Let’s Play dazu gesehen und gehört, die Story würde am Ende etwas abgedreht. Aber ich möchte mir da kein Urteil erlauben.
Schade. Das sah damals ganz interessant aus.
Schöner Beitrag!
@Phonphins: Ich mochte Fahrenheit irgendwie lieber, kann aber kaum in Worte fassen, warum das so ist. Vielleicht, weil ich Heavy Rain zu vorhersehbar fand.
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